Gold als Geldanlage

Gold als Geldanlage – warum jeder 2024 Gold kaufen sollte

Viele Strategen sind für Gold 2024 „bullisch“ eingestellt und prognostizieren einen Goldpreis um die 2.500 US-Dollar. Allerdings könnte der Preis je Feinunze im kommenden Jahr auf bis zu 3.000 Dollar getrieben werden.

Gold als Geldanlage: Der Goldpreis bei Inflation und Krisen

Mit dem Inkrafttreten des Bretton-Woods-Abkommens, dem Nachfolger des klassischen Goldstandards, wurde der Goldkurs 1944 bei 35 US$ pro Unze fixiert. Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems 1973 wurde der Goldpreis wieder freigegeben und stieg binnen kurzer Zeit auf 107 US$. Ende 1973 begann auch die erste weltweite Ölkrise – Folge des Ölembargos durch die OPEC wegen des Jom-Kippur-Krieges. In fast allen Industrieländern führte sie zu höheren Inflationsraten. Die US-Notenbank reagierte zunächst verhalten auf die Inflation; erst während der zweiten Ölkrise 1979/1980 – diesmal ausgelöst durch die Islamische Revolution und den folgenden Golfkrieg – konterte die Fed die inzwischen auf 15 Prozent angestiegene Inflationsrate in den USA mit einer Anhebung des Leitzinses auf 20 Prozent. Der Goldpreis, der nach einem starken Anstieg während der ersten Ölkrise später wieder nachgegeben hatte, stieg Anfang 1980 auf sein damaliges Rekordhoch von 850 US$ pro Unze.

Nachdem die Inflationsraten wieder auf ein niedriges Niveau gesunken waren, gab auch der Goldpreis nach. Seinen Tiefpunkt erreichte er im März 2001 mit nur 256 US$ je Unze, als die allgemeine Aktieneuphorie Anleger mit der Aussicht auf schnelle Gewinne aus dem Gold und an die Börsen trieb.

Seitdem hat es vor 2021 keine größeren Phasen der Inflation in den USA und den meisten Ländern der EU gegeben, was den Goldpreis allerdings nicht daran hinderte, bis August 2020 auf ein Allzeithoch von über 2.000US$ zu steigen. Nicht nur Phasen von Inflation, sondern auch Krisen beflügeln den Goldpreis: So stieg er im Laufe der weltweiten Finanzkrise im August 2011 auf 1.900 US$. Angesichts der zahlreichen geopolitischen Krisensituationen wie Brexit, US/chinesischer Handelskrieg, etc. lieferte sich das Edelmetall ab Ende 2018 eine Rallye, die aufgrund der Corona-Pandemie bis Mitte 2020 andauerte.

Nach dem erwähnten Allzeithoch hat sich Gold 2021 bei rund 1.800 US$ pro Unze eingependelt. Sowohl während der Finanzkrise als auch der geopolitischen Krisen seit 2018 herrschte keine starke Inflation in den USA und anderen Industrienationen, woraus sich schließen lässt, dass Gold von Anlegern nicht nur als Inflationsschutz, sondern generell als sicherer Hafen geschätzt wird.

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Quelle: Kettner-Edelmetalle / YouTube

Gold als Geldanlage: Schützen Goldanlagen vor Inflation?

Nach Berechnungen der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch hat Gold seit Ende 1973, als der frei am Markt ermittelte Preis bei 107 US$ lag, bis Ende 2021 mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 6,1 Prozent die durchschnittliche Inflationsrate in den USA um 2 Prozent übertroffen und sich damit als langfristiger Wertspeicher und Inflationsschutz bewährt.

Wer sein Geld vor Inflation schützen will, hat eine Vielzahl von Möglichkeiten, dies über eine Goldanlage zu tun. Eine Direktinvestition in physisches Gold stellt die ultimative Sicherheit im Falle des Zusammenbruchs der Finanzsysteme dar, ist aber auch die teuerste Möglichkeit, in Gold zu investieren. Der Goldmarkt ist mit einem täglichen Handelsvolumen von weltweit rund 170 Mrd. US$ zwar einer der liquidesten Märkte der Welt und garantiert dadurch sehr enge Handelsspannen, davon profitieren jedoch in erster Linie Großhandel und institutionelle Investoren. Beim Kauf von Goldbarren oder -münzen beim Juwelier oder der Hausbank müssen Privatanleger mit relativ hohen Handelsspannen rechnen; auch die sichere Aufbewahrung des Edelmetalls erzeugt Kosten.

Deutlich günstiger gestaltet sich der Kauf von hochliquiden Wertpapieren, die den Goldpreis bzw. dessen Entwicklung abbilden. Hohe Anlagesicherheit bieten dabei vor allem sogenannte Gold-ETCs (börsengehandelte Rohstoffe), sofern sie zu 100 Prozent mit physischem Gold besichert sind.

Einige Gold-ETCs wie z.B. bei Xetra-Gold verbriefen außerdem eine jederzeitige Auslieferung von physischem Gold im Wert des ETC-Anlagebetrags. Dadurch genießt der Anleger sowohl die Vorteile des kostengünstigen Kaufs und Verkaufs von Gold über die Börse als auch den Zugriff auf physisches Gold, wenn dies gewünscht ist.

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Quelle: DER AKTIONÄR TV / YouTube

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Gold als Geldanlage: Der richtige Zeitpunkt zur Goldanlage ist jetzt

So zuverlässig Gold langfristig als Wertspeicher ist, so volatil zeigt sich der Goldpreis häufig auf kurze Sicht: Durch die Doppelfunktion des Edelmetalls sowohl als knapper Rohstoff als auch als Wertanlage hängt die Goldpreisentwicklung von deutlich mehr Faktoren ab als es beispielsweise bei der Kursentwicklung einer Aktie der Fall ist.

So kann Gold kurzfristig als Investitionsschutz enttäuschen: Zwar kurbelt eine steigende Teuerungsrate definitiv die Goldnachfrage an, wie das Beispiel Türkei aktuell zeigt, wo die monatliche Inflationsrate sich 2021 zwischen 15 und 36 Prozent bewegte, jedoch können andere Faktoren den Goldpreis gleichzeitig negativ beeinflussen.

Deshalb muss die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für eine Goldanlage lauten: Es ist immer der richtige Zeitpunkt – vorausgesetzt man ist bereit, langfristig in das Edelmetall zu investieren. Dies hat übrigens auch einen positiven Effekt auf das komplette Anlegerportfolio: Schon eine Goldbeimischung von nur fünf Prozent kann die risikobereinigte Performance eines typischen Aktien/Anleihen-Portfolios verbessern – und das bei einer angenommenen Krisenwahrscheinlichkeit von 15 Prozent. Angesichts der Inflation, der noch nicht überwundenen Corona-Pandemie und dem bestehenden geopolitischen Konfliktpotenzial – Russlands Bedrohung der Ukraine, Chinas erklärtem Anspruch auf Taiwan – ist dies zumindest für 2022 eher konservativ geschätzt.